1 2 3 und der Phönix ist dabei

Letztes Jahr habe ich in der Adventszeit ja regelmäßig die Theresienwiese in meine Lauftouren eingeplant, da die Stadt München verkündet hatte, dort eine Phönix-Skulptur errichten zu lassen.

Der Phönix als Symbol der Wiedergeburt seit der Antike sollte quasi Hoffnung auf eine  „Auferstehung“ nach der Covid-Pandemie wecken. Naja, letztes Jahr war ich dann ziemlich frustriert, als der Vogel nicht auf der Wiesn auftauchte. Hier kann man das nochmal nachlesen: Jägerin des verlorenen Phönix | runnershistory Letzte Woche habe ich mich nun, nicht auf einer Laufrunde, sondern zum einem Besuch des Impfzentrums auf die Therseienwiese begeben, um meine Booster-Impfung dort abzuholen und dachte, ich traue meinen Augen nicht!

Im Eingangsbereich des Tollwoodgeländes erhebt sich eine 12 m hohe, in Rot- und Gelbtönen gehaltene Phönixskulptur! Nur ein Jahr später als angekündigt, aber schon auch wieder ein bißchen frustrierend, denn das Tollwood ist mittlerweile ja auch wieder abgesagt, d.h. die Auferstehung noch mal um ein Jahr verschoben.

Der Phönix ist auf der Theresienwiese erschienen!

Die Skulptur stammt von Adam Stubley, der schon viele Kunstwerke auf dem Tollwood gestaltet hat, so stammen z. B. die Kostüme der Stelzenläufer, die dort immer unterwegs sind, von ihm. Der Phönix gehört jetzt vielleicht nicht unbedingt zu seinen besten Werken. Mir gefällt er – ehrlich gesagt – nicht, wohl weil mich die zahlreichen antiken und mittelalterlichen Darstellungen dieses Vogels geprägt haben. Durch den einfachen halbmondförmigen Flügelschwung und die eher plumpe Gestalt des Körpers wirkt der Phönix auf der Wiesn doch etwas behäbig. Dynamischer hätte es wohl gewirkt, wenn man die Flügel so geschweift dargestellt hätte, dass die Spitzen nach außen zeigen. So scheint es nicht ganz wahrscheinlich, dass er in der nächsten Zeit abheben wird, eher als würde er sich kampflos ergeben, oder?  Wesentlich eleganter kommt auf jeden Fall die ägyptische Vorstellung vom Phönix in der Form eines Ibis daher, auch wenn der nur majestätisch vor sich hinschreitet.

Altägyptische Darstellung. Der Phönix in Ibis-Form.

Aber, wie es so schön heißt, die Schönheit liegt im Auge des Betrachters und wenn der Wiesn-Phönix dieses Jahr auch nur ein kleines bißchen Hoffnung verbreitet, umso besser! Ich setze meine Hoffnungen für nächstes Jahr aber eher darauf, dass möglichst viele Leute vernünftig werden oder sind und ein Impfzentrum – auf der Wiesn oder wo auch immer –  aufsuchen!

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