Der König und ich

Allein mit König Luwig I. in einem ziemlich chilligen Park in München, das ist doch was!

Vor einiger Zeit bin ich zum cool-down nach einigen Treppenläufen auf der großen Freitreppe vor der Bavaria einmal nicht um die Theresienwiese gelaufen, wie ich es sonst normalerweise mache, sondern habe dazu den Bavaria-Park im Rücken der Bavaria-Statue genutzt. Das ist zwar ein relativ kleiner Park, der nicht für große Laufrunden geeignet ist, er wirkt aber irgendwie sehr entspannt und chillig. Er wäre freilich noch chilliger, wenn der Biergarten vorne an der Bavaria endlich wieder auf hätte… Mir hat es großen Spaß gemacht, dort zu laufen und ich muss ehrlich zugeben, dass ich ihn vorher gar nicht so richtig kannte. Er ist auch erst seit nicht soooo langer Zeit allgemein zugänglich. Er war früher Bestandteil des alten Messegeländes, von dem noch die großen Ausstellungshallen auf der Theresienhöhe zeugen, in denen heute das Verkehrszentrum des Deutschen Museums untergebracht ist. Der Bavaria-Park war open-air Ausstellungsgelände für diverse Messen und durfte nur in Zusammenhang mit diesen betreten werden. Mit dem Umzug der Messe nach Riem im Jahr 1999 wurde er dann für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht, aber seine Geschichte ist natürlich noch um einiges älter! Er gehört als Ensemble zur Ruhmeshalle und der Monumentalstaue der Bavaria, die seit 1850 über der Theresienwiese wacht, auch wenn diese beiden Ensembles jetzt durch eine moderne Straße, den Bavaria-Ring, voneinander getrennt sind. Zunächst war der Park eine Art königlicher Privatgarten vor den Toren der Stadt München, in dem der König Ludwig I. (1786-1868) angeblich gerne ganz alleine spazieren ging. Seinen Geist habe ich dort irgendwie noch verspürt…

Der König und ich. Foto ©Haas-Gebhard unter Verwendung von File:König Ludwig I (Karl Stieler) Stadtmuseum Ingolsta.jpg – Wikimedia Commons

Weil er mir so gut gefallen hat, bin ich gleich mehrere Runden durch den Park gelaufen, innenrum und außenrum und bin dabei auf einige Steinstatuen gestoßen, die von so erschreckender Häßlichkeit waren, dass ich beinahe ins Stolpern geraten wäre. Diese Trümmer (eines zeige ich euch unten im Foto) konnten unmöglich etwas mit König Ludwig I. zu tun haben, diesem Ästheten, Feingeist, Antike- und Griechenlandfan. So etwas hätte sich ER, der für Propyläen und Königsplatz verantwortlich zeichnet, der den Barberinischen Faun und die Ägineten für München gekauft hat, doch niemals in seinem Privat-Park aufgestellt! Tja, diese Monumente sind natürlich um einiges jünger und haben Nichts mit Ludwig I. zu tun, wie ich nach dem Lauf zu meiner Beruhigung dann zuhause beim Recherchieren herausfand. Sie stehen in Zusammenhang mit der Umgestaltung des königlichen Parkes zum Ausstellungsbereich des Messe-Geländes, der mit dem Bau der Messehallen in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts stattfand. Den Künstler, der diese „entzückende“ Quellnymphe geschaffen hat, habt ihr übrigens bereits bei mir kennen gelernt. Es ist Heinrich Düll, der auch für das Rotkäppchen und die römische Wölfin am Brunnen am Kosttor verantwortlich zeichnet (https://runnershistory.de/mit-der-woelfin-rennen). Diese Brunnenfiguren gefallen mir, ehrlich gesagt, ein bißchen besser ….

Eine dieser „Scheußlichkeiten“, die dort im Bavaria-Park herumstehen, hat übrigens auf unglaublichen Umwegen etwas mit dem Ort Marathon in Griechenland zu tun, aber das ist eine Story, die ich euch ein andermal erzählen will!

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.