Durst für Zwei!

Eine Binsenweisheit: wenn jetzt im Hochsommer die Temperaturen auf an und über 30o C klettern, muss man beim Sporteln viel trinken.

Eine Dehydratation, also eine Unterversorgung mit Flüssigkeit, kann bei körperlicher Anstrengung nämlich auch schon einmal lebensbedrohlich werde. Bei Wettrennen ist das logistisch nie ein Problem, da gibt es alle paar Kilometer Verpflegungsstationen, wo einem freundliche Menschen einen Becher mit Wasser oder isotonischem Getränk in die Hand drücken. Wenn man im Training längere Strecken läuft, kann man stattdessen natürlich einen Trink-Rucksack mitnehmen, ich lege meine Routen im Hochsommer aber meist so, dass ich an einem Trinkbrunnen vorbeikomme. Aus den Münchner Brunnen sprudelt ja allerbestes Trinkwasser! Wenn ich hier mal „rechts der Isar“ unterwegs bin, laufe ich ganz gerne durch den Perlacher Forst. Ein altes Jagdrevier mit schnurgeraden Straßen – wunderbar für Intervall-Läufe – und einem kleinen „Mugl“ (= bayerisch für Hügel), auf den man ein paar Bergsprints hinlegen kann. An Wochenenden ist hier tagsüber ziemlich viel los, so dass man sich auch als Frau allein gut auf den Weg machen kann.

Erfrischung! Am Januskopfbrunnen im Perlacher Forst. © Haas-Gebhard

Alle, die schon mal im Perlacher Forst unterwegs waren, kennen wahrscheinlich diesen Brunnen gegenüber vom Giesinger Waldhaus, gleich hinter dem Säbener Platz. Das ist der Januskopfbrunnen, der dort seit 1914 steht und im Jahr 2000 einmal nachgeschnitzt wurde. Er zeigt einen Männerkopf mit zwei Gesichtern unterschiedlichen Alters und hat damit ein Charakteristikum des uralten römischen Gottes „Janus“. Janus ist ein etwas merkwürdiger Gott, er ist nämlich eine der wenigen Gottheiten, welchen die Römer nicht aus dem griechischen Götterhimmel übernommen hatten, er hat vielmehr alte italische, vielleicht etruskische Wurzeln. Er ist als Beschützer zuständig für Anfang und Ende sowie für Übergänge aller Art. Er gab dem ersten Monat im Jahreslauf seinen Namen und schaut mit seinem alten Gesicht in die Vergangenheit und mit dem jungen in die Zukunft. Er gilt als der Wächter für Stadttore, aber auch für Haustüren und Brücken. Am Janustempel in Rom, man weiß leider nicht, wo genau der stand, wurden die Tore in der Kriegszeit symbolisch für die Rückkehr der Soldaten geöffnet und in Friedenszeiten geschlossen. In der langen Geschichte des Römischen Reiches waren sie angeblich nur siebenmal geschlossen – ein streitsüchtiges Völkchen, die alten Römer und das seit Beginn an (https://runnershistory.de/mit-der-woelfin-rennen/)! Als Wächter am Eingang zum Perlacher Forst, am Übergang zwischen Stadt und Wald, erscheint mir Janus ganz gut platziert. Da er in der Antike auch als Beschützer der Wassernymphen fungiert, ist er als Brunnenfigur dort gleich zweimal gut geeignet! Ich muss immer grinsen, wenn ich an ihm vorbeikomme, nicht nur, weil dort bestes Münchner Trinkwasser sprudelt, sondern auch, weil ich dann immer an einen anderen Janus-Ort denken muss, nämlich an den römischen Hügel Gianicolo, der den Namen dieses Gottes trägt. Von dort bewachte Janus in der Antike die Stadt Rom. Der Gianicolo zählt jetzt nicht zu den sieben „klassischen“ Hügeln Roms, er liegt auch auf der anderen Tiber-Seite als die Fab7, in Trastevere, aber von der Piazza Garibaldi oben am Gianicolo hat man einen atemberaubenden Blick auf die Ewige Stadt, vor allem bei Sonnenuntergang.

Abendstimmung am Gianicolo in Rom. https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Gianicolo_(Rome)_in_2018.26.jpg

Und spektakulär sind dort auch die Sonnenaufgänge nach einer durchgefeierten Nacht, ich schwöre! Ach, Roma…. mit solchen Erinnerungen läuft es sich für mich durch den Perlacher Forst dann immer wie von selbst…

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