Marathon – 10 Jahre danach

10 Jahre nach der Schlacht bei Marathon kam es erneut zu einem Zusammenstoß zwischen Griechen und Persern, diesmal zur See.

Sehr gerne mache ich ja meine Treppenläufe an der Staatlichen Antikensammlung am Königsplatz in München, wie man meinem Titelbild unschwer entnehmen kann.

Seit einigen Tagen ist dort eine Ausstellung zu sehen, die in weitestem Sinne etwas mit Marathonlaufen zu tun hat. 490 v. Chr. hatten sich die Perser in der Schlacht bei Marathon etwas nordöstlich von Athen ja eine blutige Nase geholt, wie ihr alle aus meinem Buch wisst (tredition SHOP). Und 10 Jahre später waren die Perser wieder da, mit Rachegelüsten, gierig darauf, sich die Reichtümer der griechischen Stadtstaaten unter den Nagel zu reißen und möglicherweise noch weiter in den Westen zu expandieren. Sie betrieben dabei einen enormen Aufwand. Es wurde ein Kanal durch die Halbinsel Athos an der Chalkidiki gebaut, um die Strecke für die Schiffe abzukürzen. Seine Reste wurden bei archäologisch-geologischenen surveys vor 20 Jahren wieder entdeckt. Wer das nachlesen möchte, bitte hier klicken doi:10.1002/1099-0763(200009)7:3<147::AID-ARP132>3.0.CO;2-2. Mit zwei Schiffsbrücken überwanden die Perser den Hellespont, um ein Fußheer von fast 80.000 Soldaten nach Griechenland zu bringen. Am Anfang hatten sie auch Erfolg, Athen wurde erobert und verwüstet. In solchen bedrohlichen Situationen befragten die Griechen immer das Orakel in Delphi und der Gott Apollon antwortete ihnen dort durch ein Medium, dass sie sich mit hölzernen Mauern schützen sollten.

Pythia, das Medium des Gottes Apoll in Delphi (li.), orakelt einem Fragesteller. (sog. Aigeus-Schale Museum Berlin)

Das führte dann zu größeren Diskussionen im Stadtrat von Athen, da einige tatsächlich die Stadtmauern noch einmal mit Holz verstärken wollten, um weitere Plünderungen zu vermeiden. Letztendlich setzte sich aber der Feldherr Themistokles durch, der meinte, die hölzernen Mauern auf Kriegsschiffe beziehen zu können. Athen hatte in der Folge der Schlacht von Marathon seine Flotte stark verstärkt und nach dem Rat des Themistokles verlegte man sich auf eine Seeschlacht bei der Insel Salamis, die man heute auf der Fähre in etwa 40 Minuten von Piräus, dem Hafen von Athen, erreichen kann. Obwohl zahlenmäßig weit unterlegen, gelang den Athenern ein überragender Sieg, wohl weil ihre Schiffe wesentlich wendiger als die persischen waren. Eine antike Seeschlacht zielte eigentlich immer darauf ab, mit den Rammsporn am Bug des Schiffes in die feindlichen Schiffe zu bohren und diese damit zum Untergehen zu bringen.

Attisches Kriegsschiff, sog. „Triere“. Den Rammsporn erkennt man links. Staatl. Antikensammlungen München.

Die Perser hatten katastrophale Verluste, wohl auch weil die meisten ihrer  Soldaten nicht schwimmen konnten und im Golf von Athen ertranken. Die Schlacht von Salamis bedeutete das Ende der persischen Expansionsbestrebungen in Richtung Westen, fast genau 10 Jahre nach Marathon.

Anläßlich des 2500 jährigen „Jubiläums“ der Schlacht bei Salamis haben die Staatlichen Antikensammlungen Bayerns eine feine Sonderausstellung zusammengestellt. Dort bekommt man persische Luxusware zu sehen, erfährt aber auch viel über den Krieg in der Antike. Ein großes „War Theatre“ rekonstruiert die See-Schlacht im Detail. Wer dem schlauen Strategen Themistokles begegnen will und wissen möchte, welche seiner Listen den Griechen zum Erfolg verhalf, sollte mal hingehen!

Antikensammlung. Bei dem Torso rechts handelt es sich nicht um Themistokles, der scheint etwas bulliger gewesen zu sein, aber geht hin und schaut selbst!

Und wer jetzt nachrechnet und meint, das Jubiläum für 480 v. wäre ja eigentlich schon letztes Jahr gewesen…. das Jahr 0 gibt es nicht. Auf 1 v. Chr. folgt sofort 1 n. Chr.!

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