Was bleibt, was kommt

Zum Jahresende – natürlich ein Jahresrückblick!

Viel ist passiert in diesem Jahr und ich habe das Gefühl, als wäre unsere Welt im Jahr 2020 so ein bißchen auf den Kopf gestellt worden. Immer wieder habe ich darüber nachgedacht, was denn so wirklich wichtig ist im Leben und war sehr sehr dankbar dafür, dass  das Nachdenken hier in Deutschland beim Laufen während aller möglichen Lockdowns möglich war,  in anderen Ländern war das ja durchaus auch anders. Im März 2020 musste ich überstürzt aus dem Opel Running Camp in Monte Gordo an der portugiesischen Algarve abreisen und Wettkämpfe waren da schon in weite Ferne gerückt. Ein Marathon in Finnland, Teilnahme an bayerischen Meisterschaften, alle Planungen verpufften. Ich hatte dann gar kein richtiges Ziel vor Augen, auf das ich hintrainieren konnte und so habe  ich mich entschlossen, 2020 zur Streak-Runnerin zu werden, also jeden Tag mindestens 1 Meile zu laufen mit dem ganz fern erscheinenden Jahresziel von 2500 km, der Distanz zwischen München und Monte Gordo. Das war eine Herausforderung und wie sich bald herausstellte, weniger physischer (1,6 km sind immer in 10 Minuten machbar) als mentaler Natur (mein Schweinehund hatte zwischenzeitlich Mammut-Größe). Aber spätestens ab Juni war es Routine und ich glaube fast, wenn ich 2021 mit dem Streak aufhöre, wird mir irgendetwas fehlen… ich bin übrigens noch weit über Monte Gordo hinausgekommen und habe am Schluss sogar die 3000 km Marke geknackt. 365 Läufe in einem Jahr – welche davon sind mir in Erinnerung geblieben? Ein Lauf durch Dauerregen an der sonst so sonnigen Algarve zusammen mit Martin Grüning. Ein Sonntagmorgen in München, in dicker Nebelsuppe gestartet und dann im Olympiapark mit den ersten Sonnenstrahlen Thea Heim begegnet, die superfreundlich zurück gegrüßt hat. Es gibt ein unglaublich warmes Gefühl und ist irre motivierend, dass die SpitzenläuferInnen so nahbar, liebenswert und zugewandt mit uns HobbyläuferInnen umgehen!

Im Gleichschritt mit Martin Grüning. Sieht aus wie an der Nordsee, ist aber an der Algarve! Pic ©M. Liß.

Dann natürlich die Lockdown-Läufe, völlig allein mitten auf der autofreien Münchner Leopoldsraße als „Queen of the roads“ mit Halluzinationen von einem Olympiagewinn (wohl ein runners high…). Der unwirkliche Moment, als ich beim Laufen über den Stachus das Glockenspiel vom über 1 km entfernten Marienplatz hörte. So glücklich bin ich gewesen, dass im September dann doch noch Urlaub im tiefen Süden Italiens möglich war: mit anspruchsvollen Trails zu Orten mit unglaublichen Bezeichnungen, mit Strandläufen und einem Intervall-Lauf um eines der großartigsten Baudenkmale des Mittelalters (Beitrag ist in Vorbereitung…).

Und was wird 2021? Im Herbst vielleicht wieder Wettkämpfe? Vielleicht klappt ja auch schon der Reschenseelauf wieder unter normalen Umständen im Juli! Ein virtueller Lauf, vielleicht jetzt mal nach Finnland? Mit historisch interessanten Etappenzielen, über die ich hier dann schreibe? Wahnsinnig gern würde ich auch mal „beyond Marathon“ laufen, eine lange Strecke über vielleicht 50/60 km – ein (natürlich historisch interessantes) Ziel schwebt mir schon vor! Vielleicht auch mal Interviews oder Gespräche mit anderen LäuferInnen für das Blog? Eine History-Play-List zum Laufen? Mal sehen, Ideen habe ich viele. Was nächstes Jahr jedoch sicher Realität werden wird, ist ein Buch-Projekt über die Geschichte des antiken Marathonlaufes. Wenn ihr schon immer mal wissen wolltet, was es mit der Story auf sich hat, dass da ein alter Grieche, nachdem er 42 km gelaufen war um eine Siegesbotschaft zu überbringen, tot umgefallen wäre, könnt ihr das dann ausführlich bei mir nachlesen!

Demnächst…. ©Haas-Gebhard

Zum Schluss aber noch ein dickes DANKE an alle, die mein Blog im letzten Jahr gelesen haben. Ich hoffe, ihr hattet Spaß dabei, habt ab und zu was Neues erfahren und v.a. habt euch Motivation geholt, um zu laufen und dabei die Augen auf zu halten. Ein gutes Neues Jahr, keep on running! 

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