Wiesensalbeirunde

Blitzeblau, Lavendel und Wiesensalbei.

Als ich neulich nach längerer Zeit mal wieder auf meiner eigentlichen Standard-Laufstrecke unterwegs war, war ich ziemlich überrascht, denn der Wegrand hatte sich innerhalb von zwei Wochen in ein leuchtendblaues Blütenmeer verwandelt, wo ich doch dort im Frühsommer eigentlich das satte Gelb des Färberginsters erwartet hatte (Die goldene Blume der Royal Family | runnershistory und Mein gelbes Trikot | runnershistory). Laufträumerisch fühlte ich mich durch das Blau da sofort in die Provence versetzt und stellte mir für einen wunderschönen Kilometer lang vor, ich würde durch ein blühendes Lavendelfeld unter der Sonne des Midi irgendwo in der Nähe von Grasse laufen. Wie herrlich das doch immer wieder ist, wenn man bei einem Lauf seine Gedanken einfach von der Leine lassen kann…

Auf meiner Stammrunde …

Die Außentemperaturen passten zu dieser Südfrankreich-Träumerei, nur der charakteristische Lavendelduft fehlte, denn bei den blühenden Blümchen handelte es sich natürlich nicht um Lavendel, sondern um den ganz gewöhnlichen Wiesen-Salbei (Salvia pratensis). Das ist eine widerstandsfähige, anspruchslose Pflanze, die sonnige Standorte liebt, böse Zungen bezeichnen sie allerdings gar als „Unkraut“. Begleitet wurde meine Wiesensalbeirunde nicht von einem schönen Lavendel- oder Salbeiduft, aber von einem gleichmäßig brummendem Hintergrundgeräusch, denn an den intensiv blauen Wiesensalbeiblüten waren große Menge an fleißigen Hummeln unterwegs.

Wie der Name schon sagt, ist der Wiesensalbei ein Verwandter des echten Salbei und alle seine Teile sind genießbar. Als Gewürz kommen seine Blätter geschmacklich allerdings nicht an den echten Salbei heran. Besonders attraktiv fand ich aber diese blitzeblauen Blüten, von denen ich einige von meinem Lauf mit nach Hause genommen habe. Ich habe mit ihnen die bei meiner family sehr beliebte Zitronenschiacciata nach altem sizilianischen Geheimrezept farblich etwas aufgepeppt. Das kam gut an!

Zitronenschiacciata mit Wiesensalbeiblüten.

Dieser Kuchen enthält alles, was Ernährungsratgeber für LäuferInnen so empfehlen: Viel Protein in Form von Joghurt und Eiern, Olivenöl statt Butter, natürlich reichlich Zitronensaft und –schale, o.k., ein bißchen Zucker und Mehl ist auch drin, aber das hat man sich nach einem Lauf dann schon mal verdient! (Das Rezept gebe ich nach PM gerne weiter). Die Blüten des Wiesensalbei schmecken ein bißchen süßlich und man kann sie sicher auch noch woanders in der Küche einsetzen – als Farbtupfer in einem Salat stelle ich sie mir super vor, aber auch in einem Prosecco könnten sie bei mir Karriere machen oder – um die Südfrankreich-Connection beizubehalten – in einem Pastis ! Auf was für Ideen man bei einem Lauf durch ein Wiesensalbeifeld so alles kommen kann…

Teile diesen Beitrag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.